Simone Winko  

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017


  • 4503969 Grundlagen 1.2. Basisvorlesung [Modul: B Ger 1.2]. Manuwald / Steinbach / Winko. Mo, 10-12, ZHG 008

    Im Anschluss an die Einheiten der Basisvorlesung Grundlagen 1 führt die Basisvorlesung Grundlagen 2 im ersten Teil in literaturwissenschaftliche Theorien und in Methoden literaturwissenschaftlichen Arbeitens ein. Sie bietet Hintergrundinformationen zu den in den Basisseminaren behandelten Theorien und zeigt theoriegeschichtliche Zusammenhänge auf. Vorgesehen sind Einheiten zur Medientheorie (medientheoretische Fragestellungen, Mediengeschichte), zur Fachgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Anfänge des Fachs, Positivismus und Geistesgeschichte; Germanistik im Nationalsozialismus) sowie zu Theorien des 20. Jahrhunderts (Strukturalismus und Poststrukturalismus; sozialgeschichtliche und kulturwissenschaftliche Ansätze). Der zweite, sprachwissenschaftliche Teil der Vorlesung beschäftigt sich mit der Konstitution von Bedeutung an der Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik, der historischen Entwicklung von Sprache und den Grundlagen der modernen experimentellen Linguistik. Abschließend wird eine Brücke zur Literaturwissenschaft geschlagen, indem wir uns mit Aspekten der linguistischen Analyse literarischer Texte befassen.

    Literatur:
    Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. Hg. von Claudia Benthien und Hans Rudolf Velten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2002; Grundzüge der Literaturwissenschaft. Hg. von Heinz Ludwig Arnold und Heinrich Detering. München: dtv 1996; Köppe, Tilmann/Simone Winko: Neuere Literaturtheorien. Eine Einführung. 2. Aufl. Stuttgart: Metzler 2013; Meibauer, Jörg et al. (20072): Einführung in die germanistische Linguistik. Stuttgart: Metzler (www.egli-online.de); Steinbach, Markus et al. (2007): Schnittstellen der germanistischen Linguistik. Stuttgart: Metzler.

  • 4504496 Novellen des 19. Jahrhunderts. BA-Vertiefungsseminar. Di, 10-12, Waldweg 26, Raum 0.211

    Die Novelle ist eine im 19. Jahrhundert besonders beliebte Gattung, an deren Entwicklung sich literarhistorische Tendenzen gut nachvollziehen lassen. Im Seminar sollen drei Ziele erreicht werden. Zum einen soll ein Problembewusstsein für Konzepte literarischer Gattungen im Allgemeinen und für die Gattung 'Novelle' im Besonderen geschaffen werden. Verschiedene Bestimmungen von 'Novelle' sollen behandelt und es soll ein konsequent historisierender Zugang zu dieser Gattung erprobt werden. Zum anderen soll ein Überblick über Entwicklungen der Literatur im 19. Jahrhundert vermittelt werden, indem Erzähltexte wichtiger Autorinnen und Autoren der Zeit (Ludwig Tieck, Annette v. Droste Hülshoff, Theodor Storm, Gottfried Keller und Paul Heyse) analysiert werden, die die Zeitgenossen als Novellen eingestuft haben. Drittens wollen wir uns mit Forschungsbeiträgen zu jedem der Texte auseinandersetzen, so dass die Studierenden am Ende des Semesters über einen Einblick in die neuere Forschung zu Novellen des 19. Jahrhunderts verfügen. Zugleich soll der kritische Umgang mit Forschungsbeiträgen vertieft werden.

    Literatur: Zur ersten Orientierung lesen Sie bitte Horst Thomé / Winfried Wehle: Novelle. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hg. v. Harald Fricke u.a. Bd. 2. Berlin, New York 2000, S. 725-731. – Peter Brenner: Neue deutsche Literaturgeschichte. Berlin, New York 2011, Kap. 6 bis 8.

  • 4504124 Tolkien und das Mittelalter. MA-Seminar. Sahm / Winko. Mi, 10-12, VG 1.101.

    J.R.R. Tolkiens Romane „The Hobbit“ und „The Lord of the Rings“ zählen zu den wirkungsmächtigsten literarischen Texten des 20. Jahrhunderts. Sie haben nicht nur die Gattung Fantasy nachhaltig geprägt, sie haben auch Generationen von Leserinnen und Lesern mit einem reichen und bis in die Erfindung neuer Sprachen detailliert ausgestatteten fiktional vermittelten Universum vertraut gemacht, dessen Mythologie heute in manchen Lesergruppen vielleicht so vertraut ist wie die der Antike. Und sie haben das heutige öffentliche Bild des Mittelalters maßgeblich mitbestimmt. Dabei hat Tolkien seinerseits von einem Bild des Mittelalters Gebrauch gemacht, das zumindest zum Teil ein Effekt der Mittelalter-Rezeption des 19. Jahrhunderts darstellt. Dass Tolkien als Philologe beim Aufbau seines Universums unter anderem auf mittelalterliche Texte zurückgegriffen hat, ist des Öfteren untersucht worden; uns interessiert im Seminar aber weniger die Einflussforschung (Welche Texte hat Tolkien genutzt und wie in seinen Romanen verwendet?) als vielmehr eine komparatistische Perspektive: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich zwischen Tolkiens Romanen und ausgewählten mittelalterlichen Texten aufzeigen? Welche Funktionen haben die ‚mittelalterlich‘ anmutenden Figuren, Gegenstände und Handlungsmuster sowie Darstellungsweisen? Um zu verstehen, wie Tolkien erzählt, sollen damit Wissensordnungen, kulturelle Muster und literarische Konventionen der fiktionalen Welten in Beziehung gesetzt werden.
    Das Seminar ist sehr lektüreintensiv. Es richtet sich ausschließlich an Studierende der Fachmaster-Studiengänge und ist besonders für das Integrative Mastermodul M.Ger.08 geeignet, da mediävistische und neugermanistische Perspektiven zusammengeführt werden.

    Literatur: Bis zum Beginn des Seminars sollten Sie das Nibelungenlied und Tolkiens „The Lord of the Rings“ gelesen haben (die Kenntnis der Filme reicht nicht!). Im Laufe des Semesters werden weitere mittelalterliche Texte zu lesen sein (u.a. ‚Beowulf‘, Ausschnitte aus dem ‚Willehalm‘ Wolframs von Eschenbach und dem ‚Heliand‘). Zur Vorbereitung lesen Sie bitte Arnulf Krause, Der Bücherschrank des Elbenfreundes, in: ders., Die wirkliche Mittelerde. Tolkiens Mythologie und ihre Wurzeln im Mittelalter, Stuttgart 2012, S. 29-52.

  • 4504175 „Was ist der Mensch?“ Lebensfragen und Sinnentwürfe in Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart. Integratives MA-Seminar [M.Edu-FD-Ger.02]. Winko / Worthmann. Blockseminar.

    Menschliche Grunderfahrungen, Sinnentwürfe, Identitätsfragen, Lebenskrisen, Stationen des Lebenslaufs – die Literatur aller Zeiten hat sich mit diesen Themen beschäftigt und sie vielfältig gestaltet. „Was ist der Mensch?“ lautet die Leitfrage, auf die zu unterschiedlichen Zeiten und von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren Antworten gefunden wurden, die in inhaltlicher und formaler Hinsicht voneinander abweichen. Auch in der Lyrik finden sich Texte, in denen es um diese Leitfrage geht. Viele von ihnen sind typisch für ihre Entstehungszeit. Im Seminar wollen wir ausgewählte Gedichte vom 17. bis ins 21. Jahrhundert untersuchen, ihre Machart analysieren, sie thematisch interpretieren und miteinander vergleichen. Neben dem Erwerb von themen- und motivgeschichtlichen Kenntnissen vertiefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugleich ihr Epochen- und Gattungswissen und erproben ihre lyrikanalytischen Fähigkeiten.

    Das Integrative Master-Modul „‚Was ist der Mensch?‘ Lebensfragen und Sinnentwürfe in Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart“ setzt sich aus einer fachwissenschaftlichen und einer fachdidaktischen Lehrveranstaltung zusammen, die nur gemeinsam belegt werden können. Es ist nur eine Anmeldung für beide Modulbausteine des Integrativen Moduls notwendig; die Anmeldung erfolgt nur über die Fachdidaktik Deutsch.

    Das Integrative Master-Modul verbindet Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Schulpraxis: Seit Einführung des Zentralabiturs in Niedersachsen steht lange vor Beginn eines Schuljahres fest, mit welchen Themen sich die Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht der Oberstufenjahrgänge landesweit befassen werden. So werden sich z.B. all jene niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, die ihr Abitur im Frühjahr 2018 ablegen werden, im 2. Halbjahr des Schuljahres 2016/17 über einen Zeitraum von ca. vier Wochen in allen Deutschkursen (ob auf normalem oder erhöhtem Anforderungsniveau) mit dem thematischen Schwerpunkt „‚Was ist der Mensch?‘ Lebensfragen und Sinnentwürfe in Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart“ befassen.

    Diese Situation nutzt das Integrative Modul und bietet ein Pilotprojekt, das in neuartiger Weise Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Schulpraxis miteinander verbindet. Es vernetzt diese drei Bausteine im Sinne einer praxisnahen universitären Deutschlehrerausbildung stärker als üblich und kann so die Lehramtsstudierenden gezielt auf das nachfolgende Referendariat sowie die spätere berufliche Praxis als Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer vorbereiten.

    Das Integrative Modul besteht aus drei Komponenten:
    • In der fachwissenschaftlichen Komponente erwerben die Studierenden fachwissenschaftliche Kenntnisse zum Thema.
    • Im Mittelpunkt der didaktisch-methodische Komponente stehen Fragen zur Umsetzung der fachwissenschaftlichen Inhalte im schulischen Deutschunterricht.
    • Im Rahmen der schulpraktischen Komponente hospitieren die Studierenden semesterbegleitend einige Stunden in den entsprechenden Deutschkursen an Gesamtschulen und Gymnasien in Göttingen und Umgebung: Sie planen einen eigenen Unterrichtsversuch im Themenfeld des Seminars, führen ihn an einer der kooperierenden Schulen betreut durch und reflektieren ihn anschließend im Seminar.

    Verlauf des Moduls im SoSe 2017:
    • Verbindliche Einführung und Organisation: Do, 06.04.2017, 20:15-21:45 Uhr (SDP/ Bibliothek, Raum 0.209) Achtung: Aus organisatorischen Gründen muss diese erste, wichtige Besprechung in der letzten Woche der vorlesungsfreien Zeit liegen!
    • Blockwochenende I (Fachwissenschaft): Fr / Sa 21./22.04.2017, 9:30-17:30 Uhr (SDP/ Bibliothek, Raum 0.209)
    • Blockwochenende II (Fachdidaktik und -methodik): Fr / Sa, 05./06.05.2017, 9:30-17:30 Uhr (SDP/ Bibliothek, Raum 0.209)
    • Blocktag I (Stundenplanung): Fr, 12.05.2017, 9:30-17:30 Uhr (SDP, Sitzungszimmer)
    • Blocktag II (Stundenplanung): Fr, 19.05.2017, 9:30-17:30 Uhr (SDP, Sitzungszimmer)
    • Hospitationen der Studierenden an den kooperierenden Gesamtschulen und Gymnasien: April / Mai 2017
    • eigene Unterrichtsversuche der Studierenden an den kooperierenden Gesamtschulen und Gymnasien: Mai / Juni 2017
    • Auswertungssitzung: nach Vereinbarung (Juni 2017)
    Prüfungsleistung: Hausarbeit im fachdidaktischen Teil des Moduls (ausführlicher Unterrichtsentwurf von max. 15 Seiten).

  • 4504176 Forschungskolloquium zur Neueren deutschen Literaturwissenschaft für Doktorandinnen und Doktoranden, Blockveranstaltung

    Interessierte Doktorandinnen und Doktoranden melden sich bitte elektronisch an: .