Simone Winko  

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19


  • 4505042 Grundlagen 1.1. Basisvorlesung [Modul: B Ger 1.1]. Bleumer / Detken/ Manuwald / Sahm / Steinbach / Winko. Mo, 10-12, ZHG 008

    Die Vorlesung führt in die Grundlagen des Studiums der Germanistik, d.h. ihrer Teilfächer Literaturwissenschaft, Mediävistik und Linguistik, ein. Der literaturwissenschaftliche Teil der Vorlesung beschäftigt sich mit der Klärung von Grundbegriffen der neueren deutschen Literaturwissenschaft und der germanistischen Mediävistik und bietet ergänzend zu den Basisseminaren literarhistorisches Überblickswissen. Ein propädeutischer Teil vermittelt grundlegende Kenntnisse über die Nutzung literarischer Editionen. Der linguistische Teil führt in die Grundlagen der modernen Linguistik und die Beschreibung und Analyse sprachlicher Daten ein. Zwei weitere Schwerpunkte bilden neue Theorien und Methoden der linguistischen Forschung. Die Veranstaltung ist obligatorischer Bestandteil des Basismoduls B.Ger.01-1.1.

  • 4505863 Basisseminar 1.1, Literaturwissenschaft. Di, 10-12, VG 4.107.

    Das Seminar führt in die Grundlagen des Studiums der neueren deutschen Literatur ein. Nach einer kurzen Einheit zu wichtigen Grundbegriffen der Literaturwissenschaft steht der wissenschaftliche Umgang mit literarischen Texten im Vordergrund. An ausgewählten Beispielen aus den Gattungen Lyrik, Drama und Erzählliteratur werden elementare Techniken gattungsbezogener Analyse und Interpretation vorgestellt und erprobt. Darüber hinaus bietet das Seminar einen Überblick über die gängigen literaturwissenschaftlichen Arbeitstechniken und Hilfsmittel zur Informationsrecherche. - Das Seminar bildet gemeinsam mit der Vorlesung "Grundlagen 1.1" das Basismodul B.Ger.01-1.1. Die Kenntnis des Vorlesungsstoffs wird im Seminar vorausgesetzt.

  • 4505862 Literatur des Realismus. BA-Aufbauseminar. Di, 14-16, VG 4.103.

    Im Realismus werden literarische Darstellungstechniken entwickelt, die die Auffassung von 'Literatur" lange Zeit, zum Teil bis heute prägen. Fasst man die Epochengrenzen weit, so haben wir es mit der längsten Epoche der Neueren deutschen Literatur zu tun (1830-1890). In einer Zeit, die einerseits von tiefgreifenden politischen und sozialen Umbrüchen, von wissenschaftlichen Entdeckungen und technischen Neuerungen, andererseits von massiven Beharrungstendenzen geprägt ist, entstehen vielfältige und wirkungsmächtige literarische Texte - ein guter Grund, sich mit dem Realismus zu beschäftigen. So unterschiedliche Autorinnen und Autoren wie Annette von Droste-Hülshoff, Friedrich Hebbel, Gustav Freytag, Eugenie Marlitt, Paul Heyse, Wilhelm Busch, Theodor Storm, Marie v. Ebner-Eschenbach, Conrad Ferdinand Meyer und Theodor Fontane werden in Literaturgeschichten dem Realismus zugeordnet. Das Seminar soll einen Überblick über die deutschsprachige Literatur des Realismus geben, über ihre Themen und Formen sowie über die Poetiken, die ihr zugrundeliegen. Ein Schwerpunkt wird auf den kulturellen und medialen Kontexten liegen, in denen die Literatur des Realismus entsteht. Von besonderem Interesse sind hier die Zeitschriften wie "Die Grenzboten" und "Die Gartenlaube", in denen programmatische und literarische Texte des Realismus erscheinen. -
    Wir werden im Seminar ausgewählte Texte (darunter einige von der BA-Leseliste) aller literarischen Gattungen behandeln, was Ihnen eine gute Gelegenheit bietet, die im Basisseminar 1.1 erlernten Techniken der gattungsbezogenen Textanalyse anzuwenden. Zu den ausgewählten Texten werden wir jeweils Forschungsbeiträge einbeziehen; hier werden Ihre im Basisseminar 1.2 erworbenen Kenntnisse hilfreich sein. Der Seminarplan mit der Lektüreliste wird zum Beginn der Vorlesungszeit in StudIP eingestellt.

    Empfohlene Literatur: Zur Vorbereitung auf das Seminar lesen Sie bitte Stockinger, Claudia: Das 19. Jahrhundert. Zeitalter des Realismus. Berlin 2010, Kap. 1: Was ist Realismus? (S. 7-20) und Kap. 2: Realismus als Epoche (S. 23-35).

  • 4505865 Figurenkonstitution in Lyrik. Holler / Winko. MA-Seminar. Do, 12-14, KWZ 0.601.

    Zu den literarischen Phänomenen, an denen Leser besonders interessiert sind, zählen die Figuren. Wir erinnern uns an die unorthodoxe Weltsicht Pippi Langstrumpfs (auch wenn die Lektüre schon Jahre her ist), streiten darüber, ob Adrian Leverkühns Bündnis mit dem Teufel moralisch verwerflich oder ästhetisch berechtigt ist, haben Mitleid mit Effi Briest und können uns das Handeln einer literarischen Figur, etwa die treue Freundschaft Ron Weasleys, zum Vorbild nehmen. Nicht dieses Spektrum an Rezeptionsmöglichkeiten soll aber im Zentrum des Seminars stehen, sondern die grundlegendere Frage, wie denn eigentlich Figuren in literarischen Texten aufgebaut werden. In der Kooperation von Linguistik und Literaturwissenschaft wollen wir die Mechanismen erarbeiten, die eingesetzt werden, damit in Leserinnen und Lesern die Vorstellung einer Figur entsteht. Zu diesem wichtigen Aspekt des Verstehens literarischer Texte ist in den letzten Jahren viel geforscht worden. Wir werden im Seminar neuere Forschungsbeiträge diskutieren und eigene Textanalysen vornehmen. Der Schwerpunkt wird auf Gedichten liegen, wir werden aber zudem einen Blick auf Erzähltexte werfen und auch nicht-literarische Texte berücksichtigen.

    Zur Einführung lesen Sie bitte: Eder, Jens/Jannidis, Fotis/Schneider, Ralf: Characters in Fictional Worlds. An Introduction. In: Dies. (Hg.): Characters in Fictional Worlds. Unterstanding Imaginary Beings in Literature, Film, and Other Media. Berlin, New York 2010, S. 3-64. (Scan in StudIP)

  • 4505849 Methoden der Analyse und Interpretation literarischer Texte. Bräuer / Winko / Worthmann. Integratives Masterseminar im "Master of Education". Blockseminar.

    Das Analysieren und Interpretieren literarischer Texte haben angehende Lehrerinnen und Lehrer schon in der Schule gelernt, im Studium haben sie es theoretisch und methodisch vertieft, und wenn sie dann selbst unterrichten, wenden sie ihre entsprechenden Kenntnisse und Kompetenzen an, um Schülerinnen und Schülern beizubringen, wie man literarische Texte analysiert und interpretiert. Das klingt nach einem systematischen Plan - trifft diese Beschreibung aber zu? Wie verhält sich das, was in der Schule 'analysieren" und was 'interpretieren" genannt wird, zu dem, was literaturwissenschaftlich darunter verstanden wird? Und hat jede / jeder im Studium die Chance genutzt, sich theoretisch und methodisch vertieft Verfahren des Analysierens und Interpretierens literarischer Texte anzueignen, um in der Schule diese wichtigen Praktiken des Umgangs mit Literatur kompetent zu vermitteln? Hier setzt das Integrative Modul an.
    Im fachwissenschaftlichen Block gehen wir in drei Schritten vor: (1) Zunächst werden die beiden literaturwissenschaftlichen Grundbegriffe 'Analyse" und 'Interpretation" sowie der Zusammenhang zwischen ihnen kurz behandelt, im Anschluss werden Methoden (2) gattungsbezogener Textanalyse und (3) des Interpretierens wiederholt und anhand literarischer Texte eingeübt. Ziel ist es, den Studierenden am Ende ihres literaturwissenschaftlichen Studiums größere Sicherheit in der Anwendung wichtiger fachlicher Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln und sie in die Lage zu versetzen, diese begründet zu reflektieren.
    Der fachdidaktische Block begründet, erprobt und reflektiert das literaturdidaktische Entscheiden als zentrales Moment des Planens und Handelns: Um literarisches Lernen im Unterricht zu ermöglichen, müssen Schülerinnen und Schülern Lern- und Erfahrungsräume eröffnet werden. Grundlegend für didaktische Entscheidungen sind drei Kernfragen: (1) Wo stehen die Schülerinnen und Schüler, (2) wohin können (und sollen) sie (mit Hilfe der Lehrkraft) gelangen und (3) welche Wege können ihnen dafür eröffnet werden? In den Blick kommen folglich (1) die Lesesozialisation der Schülerinnen und Schüler und eine Diagnose ihrer literarischen Kompetenzen, (2) Modelle literarischer Kompetenz als Grundlage, um literarische Lernziele zu bestimmen, und (3) Verfahren und Methoden, um diese Lernziele zu erreichen. 'Interpretieren" und 'Interpretation", 'Analysieren" und 'Analyse" bilden jeweils zwei zentrale Herausforderungen des literarischen Lernens.
    Das Integrative Master-Modul "Methoden der Interpretation literarischer Texte" setzt sich aus einer fachwissenschaftlichen und einer fachdidaktischen Lehrveranstaltung zusammen, die nur gemeinsam belegt werden können. Es ist nur eine Anmeldung für beide Modulbausteine des Integrativen Moduls notwendig; die Anmeldung erfolgt nur über die Fachdidaktik Deutsch.

    Das Integrative Master-Modul verbindet Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Schulpraxis:
    Seit Einführung des Zentralabiturs in Niedersachsen steht lange vor Beginn eines Schuljahres fest, mit welchen Themen sich die Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht der Oberstufenjahrgänge landesweit befassen werden. Durch die in Niedersachsen mit der Rückkehr von G8 zu G9 laufenden curricularen Umstellungen sind außerdem die curricular vorgesehenen Themen für die im Schuljahr 2018/2019 erstmals durchgeführte neue Einführungsphase im 11. Jahrgang neu konzipiert (und die Themen des 10. Jahrgangs sind darauf angepasst worden). Und für alle Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge spielt der Erwerb von Kompetenzen im Bereich des Analysierens und Interpretierens epischer, lyrischer und dramatischer Texte eine zentrale Rolle.
    So haben z.B. all jene niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, die ihr Abitur im Frühjahr 2019 ablegen werden, in allen Deutschkursen (ob auf normalem oder erhöhtem Anforderungsniveau) Lessings Drama "Nathan der Weise" behandelt; sie haben sich mit Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart auseinandergesetzt; sie werden sich im 2. Halbjahr des Schuljahres 2018/2019 mit dem thematischen Schwerpunkt "Literatur und Sprache von 1945 bis zur Gegenwart: Leben in verschiedenen Kulturen" und in diesem Rahmen mit Jenny Erpenbecks Roman "Gehen, ging, gegangen" befassen. Für jene niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, die ihr Abitur im Frühjahr 2021 ablegen werden, gehört es beispielsweise zu den verbindlichen curricularen Vorgaben, dass sie im Schuljahr 2018/19 ein Drama der Aufklärung, motivverwandte Gedichte aus verschiedenen Epochen und einen Roman des 20./21. Jahrhunderts behandeln.
    Das Integrative Modul verbindet Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Schulpraxis miteinander. Es vernetzt diese drei Bausteine im Sinne einer praxisnahen universitären Deutschlehrerausbildung und kann so die Lehramtsstudierenden fachlich fundiert, praxisbezogen und forschend-reflexiv für das Lehramt qualifizieren.
    Das Integrative Modul besteht aus drei Komponenten: In der fachwissenschaftlichen Komponente erwerben die Studierenden fachwissenschaftliche Kenntnisse zum Thema. Im Mittelpunkt der fachdidaktischen Komponente stehen das literaturdidaktische Wissen und die literaturdidaktischen Kompetenzen, um fachliches Lehren und Lernen im Deutschunterricht zu ermöglichen. Im Rahmen der schulpraktischen Komponente hospitieren die Studierenden semesterbegleitend einige Stunden in den entsprechenden Deutschkursen an Gesamtschulen und Gymnasien in Göttingen und Umgebung: Sie planen einen eigenen Unterrichtsversuch im Themenfeld des Seminars, führen ihn an einer der kooperierenden Schulen betreut durch und reflektieren ihn anschließend im Seminar.

    Verlauf des Moduls im Wintersemester 2018/2019:
    Verbindliche Einführung und Organisation: Mo, 15.10.2018, 20:15-21:45 Uhr (SDP/ Bibliothek, Raum 0.209)
    Blockwochenende I (Fachwissenschaft): Fr / Sa 26./27.10.2018, 9:30-17:30 Uhr (SDP/ Bibliothek, Raum 0.209)
    Blockwochenende II (Fachdidaktik): Fr / Sa, 09./10.11.2017, 9:30-17:30 Uhr (SDP Waldweg/ Junge Bibliothek, Raum 0.147)
    Blocktag I (Schulpraxis: Stundenplanung): Fr, 23.11.2018, 9:30-17:30 Uhr (SDP, Sitzungszimmer)
    Blocktag II (Schulpraxis: Stundenplanung): Fr, 30.11.2018, 9:30-17:30 Uhr (SDP, Sitzungszimmer)
    Hospitationen der Studierenden an den kooperierenden Gesamtschulen und Gymnasien: Oktober/ November 2018
    eigene Unterrichtsversuche der Studierenden an den kooperierenden Gesamtschulen und Gymnasien: November 2018 bis Januar 2019
    Auswertungssitzung: nach Vereinbarung (Januar 2019)
    Prüfungsleistung: Hausarbeit im fachdidaktischen Teil des Moduls (ausführlicher Unterrichtsentwurf von max. 15 Seiten).

  • 4505866 Forschungskolloquium zur Neueren deutschen Literaturwissenschaft, vor allem für Doktorandinnen und Doktoranden, Blockveranstaltung

    Teilnahme auf Einladung oder/und nach Anmeldung durch E-Mail an das Sekretariat / Frau Peschke (kpeschk@gwdg.de).